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Forum » Die Gothic Serie » Gothic Storys » [Story] Die Leiden des jungen 321_VLK_Bürger (Ein unwichtiger NPC wird wahnsinnig)
[Story] Die Leiden des jungen 321_VLK_Bürger
BorkatokDatum: Freitag, 2010-12-03, 4:12 PM | Nachricht # 1
DerGrößteDummeMann
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Am Anfang war das Wort
Und das Wort stand im Script
Und der Script war das Wort

Ein neues Spiel wird gestartet. Langsahm aber unaufhaltsam füllt sich der Ladebalken, bis es endlich losgeht und alle NPCs von ihrem Spawnpoint zu dem Ort aufbrechen, an dem sie um 8 Uhr eigentlich seien sollten um ihren Geschäften nachzugehen.

1. Tag
Ich fühlte mich prima, denn aus dem Nirvana des Ladebalkens ganz plötzlich ins Spiel zu rutschen, war vor allem für unwichtige NPCs wie mich die schönste Erfahrung die man sich denken kann, da wir Namenlosen nur sehr wenig Abwechslung in unserem Tagesablauf hatten. Es war nicht wirklich eine Geburt sondern mehr eine Art Erscheinen. Wenigstens geht es mir besser als dem Novizen, der den ganzen Tag und die ganze Nacht nur stumm in eine Richtung starrt und den Heiligen Hammer bewachen soll.
Doch dann bemerkte ich, dass einer der Programmierer sich bei meinem Spawnpoint verschrieben hatte und ich so auf Lobarts Hof landete und nicht im Hafenviertel. Dieser Scheißkerl! Jetzt bin ich gezwungen die ganzen Viecher auf dem Weg zur Stadt anzugreifen und zu hoffen, dass ich es überlebe. Meine Füße trugen mich im wahrsten Sinne des Wortes zum Weg, an dessen Ende (eine Wegkreuzung an der Canthar auf der Bank saß) ich von drei jungen Blutfliegen sehnsüchtig erwartet wurde. Wenn ich jetzt nur wegrennen könnte... Aber das geht ja blöderweise nur in Gothic 1. Und so zog ich (oder besser gesagt mein Körper) ohne es zu wollen meinen Knüppel und rannte damit auf die Biester zu. Mein erster Schlag war gleich ein kritischer Treffer, der die vorderste der Blutfliegen, die jetzt in einer Reihe auf mich zugeflogen kamen in Beliars Reich beförderte. Doch dann machte ich sinnloserweise ein paar Seitwärtsschritte und wurde prompt von einem der Blutsauger getroffen noch bevor ich zu einem zweiten Schlag ausholen konnte. Anstatt es noch einmal mit einem zweiten Schlag zu versuchen, ging ich ein paar Schritte rückwärts und ein paar zur Seite, sodass ich, ohne es geplant zu haben, die Viecher in Canthars Wahrnehmungsradius gelockt hatte, der daraufhin in den Kampf mit eingriff. Zusammen schafften wir es dann, nachdem ich noch drei Stiche abbekommen hatte, die Blutfliegen zu besiegen und ich atmete innerlich auf. Canthar und ich steckten noch unsere Waffen weg und riefen den Tieren "Das wars für dich du Mistvieh" nach, bevor wir uns wieder unserem gescripteten Tagesablauf widmeten. Ich ging nun den Weg in Richtung Stadt weiter und bemerkte jetzt erst meine Schmerzen: Die Blutfliegen hatten mir fast ein Viertel meiner Lebensenergie abgezogen.
Auf dem Weg lauerten noch zwei junge Blutfliegen, die ich in der heldenhaften Aufopferung meiner halben Lebensenergie besiegte, doch dummerweise kämpfte Greg gerade gegen zwei Wölfe, sodass ich mich, als ich gerade vorbeiging wieder in eine Kampf stürzen musste. Als ich schließlich im Hafenviertel ankam um dort mit irgendeinem NPC ein hirnloses Gespräch zu führen, war ich fast tot und hinterließ eine Blutspur. Die Schmerzen waren unerträglich, doch es dauerte noch ein bisschen bis ich geheilt werden würde. Während ich also durch die Stadt streifte und irgendwelchen Kram machte, dachte ich über mein Leben nach: Ich bin das Bewusstsein eines Körpers, den ich nicht kontrollieren kann. Denn all seine Handlungen werden berechnet. Ich werde JEDEN TAG immer und immer wieder das Gleiche tun ohne überhaupt einen Einfluss auf meine Handlungen zu haben. Und das alles solange, bis ich sterbe. Aber Selbstmord kann ich auch nicht begehn. Ich habe also keine Chance das hier zu beenden. Vielleicht würde es besser werden, wenn der Held das Spiel durchgespielt haben wird, aber sicher bin ich mir da nicht. Wenn der Held mit dem Spiel fertig ist könnte alles mögliche passieren. Gehe ich in Beliars Reich ein oder höre ich einfach auf zu existieren, bis ein neues Spiel gestartet wird? Kann ich mich dann überhaupt an die Geschehnisse des letzten Spiels erinnern oder werde ich mit Vergessen gesegnet? Stundenlang dachte und dachte ich nach, was wohl kommen würde nach dem Ende, ob sich für mich jemals etwas ändern würde und über viele viele andere Dinge, die hier nicht alle genannt werden müssen. Ich dachte und dachte, bis es schließlich 22 Uhr wurde und der schlimmste Teil des Tages begann: Ich ging in die Hafenkneipe und soff Unmengen an Wacholder. Spätestens nach der achten Flasche wurde ich bewusstlos, doch mein Körper trank immer noch weiter, bis er sich um 2 Uhr nachts in Richtung Bett bewegte, um sich aufs Ohr zu hauen.

2. Tag
6 Uhr: Ich stehe auf und mache mich an den gewohnten Tagesablauf. Ich bin totmüde und habe den schlimmsten Kater den man sich vorstellen kann. Ich kann mich an den gestrigen Tag nur noch schemenhaft erinnern. Trotzdem geht mir mein Tagesablauf inzwischen furchtbar auf die Nerven und das Nachdenken ist auch langweilig geworden. Ich würde in Tränen ausbrechen und mich auf dem Boden wälzen, wenn ich nur könnte.
Ich verfolgte meinen Tagesablauf während in meinem Kopf Wut, Verzweiflung und Hass gegeneinander ankämpften. Es war mal wieder ein Scheißtag.
Um 12 Uhr ereignete sich endlich etwas Unvorhergesehenes: Der PC stellte sich direkt in meinen Weg von einem Punkt der Tagesordnung zum nächsten und ging dort nicht weg. Und ich dachte mein normaler Tagesablauf wäre öde. Dabei ist das hier noch viel schlimmer und erniedriegender. Wenn man ihn wenigstens dafür verprügeln könnte ... Aber das gab es ja nur in Gothic 1. Ich lief und lief gegen ihn bis mein NPC-Script mich in die entgegengesetzte Richtung schickte, doch kurz nach meiner unverhofften Richtungsänderung kam der Held mir nachgelaufen und sprach mich an! Endlich ein echter Dialog! Endlich etwas Abwechslung! Ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können, doch dann fragte der Depp mich nur nach dem Weg zur Kaserne. Enttäuscht antwortete ich ihm und verfiel den Rest des Tages in eine Depression.

3. - 41. Tag
Es wurde immer und immer schlimmer. Am 41. Tag konnte ich weder zusammenhängend denken noch irgendetwas fühlen. Mein ganzes Leben (wenn man es überhaupt so nennen konnte) war zermürbt, verbraucht und abgenutzt.

42. Tag
Ich stand heute schon um 5 Uhr auf, denn irgendwer hatte mein Haus betreten. Darüber musste ich mich natürlich lautstark beschweren. Aber anstatt das Haus zu verlassen führte dieser Fremde in seinem roten Feuermagiergewand irgendein merkwürdiges magisches Ritual durch und ein Dämon erschien. Ich hatte gerade noch Zeit meinen Knüppel zu ziehen, dann starb ich und stürzte in diese wunderbare Leere der Nicht-Existenz.

Heute hatte der Spieler den "Dämon beschwören"-Zauber gelernt und wollte ihn in aller Ruhe in einem abgeschiedenen Teil des Hafenviertels ausprobieren. Als nächstes, beschloss er, Knöpfe ich mir Saturas, diesen Scheißkerl, vor (falls er nicht unsterblich ist).

 
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