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Forum » Die Gothic Serie » Gothic Storys » [Story] Der König der Gnome (Die Gnome Farangas verhalten sich merkwürdig)
[Story] Der König der Gnome
BorkatokDatum: Donnerstag, 2010-12-09, 8:06 PM | Nachricht # 1
DerGrößteDummeMann
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Ruf: 1002
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1.
Patty stand am Strand und suchte das Meer nach Schiffen ab. Mal wieder nichts zu sehen. Seit Jahren hatte sich ihr Vater nicht mehr blicken lassen. Er hatte ihr gesagt, sie solle jeden Tag an dem Strand mit dem riesigen steinernen Schild (der Gyrger weiß, wie es dorthin gekommen war) Ausschau nach seinem Schiff halten. Nach Westen war ihr Vater aufgebrochen. Dorthin, wo die Welt noch unerforscht war. Aber solange war er noch nie weg gewesen. Tot war er nicht. Das wusste Patty tief in ihrem Innern. Der alte Halunke kann doch nicht einfach so sterben.
Vieleicht war ihm sein Schiff abhanden gekommen und er war dabei sich ein neues zu beschaffen.
Sowas kann dauern. Kaufen wird er sich wahrscheinlich Keines. Er gibt sein Geld ja schneller aus, als man Wolf sagen kann. Ein Schiff klauen kann er auch nicht in diesen Zeiten werden hochseetaugliche Schiffe Tag und Nacht von midestens einer halben Armee Soldaten bewacht. Wahrscheinlich wird er die Mannschaft ein neues Schiff bauen zu lassen und ein zwei Söldner anheuern um der Crew einmal kräftig in den Arsch zu treten. Das Gold dazu würde er wahrscheinlich durch den Handel mit Rum und Grog verdienen. Er wird sich schon irgendwie durchschlagen...
Tapsende Schritte rissen Patty aus ihren Gedanken.
Wenn man mal eine Sekunde lang nicht aufpasst.
Sie zog ihr Schwert und holte aus, aber sie war zu langsam: Der messerscharfe Schnabel des Mistviechs bohrte sich tief in ihr Bein. Das tut vielleich weh, das kann ich euch sagen. ich habe da selbst schon so meine Erfahrungen mit gemacht.
Scheiß Seegeier.
Patty riss sich zusammen und holte erneut zu einem Schlag gegen den Vogel aus. Sie trennte ihm den Kopf, den der Geier gerade erst aus der Wunde gezogen hatte, ab.
Bis zur Hafenstadt schaffe ich es nicht mehr, es dämmert ja schon. Ich werde wohl auf dem Novizenhof übernachten müssen.
Scheiße, tut das weh. Warum war ich auch so unaufmerksam.
Sie humpelte los und kam schließlich eine Stunde nach dem Sonnenuntergang auf dem Hof an. Sie sah die Schatten kleiner Gestalten im Dunkel. Sie standen auf der Weide.
Hätte ich doch bloß eine Fackel mitgenommen, ich Hohlkopf.
Sie schlich sich an den Gnomen vorbei zum Lager des Hofes, entzündete eine der Fackeln aus dem Hofvorrat.
Wird wahrscheinlich sowieso niemand bemerken, das sind hier Novizen und keine Händler, Geldverleiher oder wie die alle heißen
.
Als sie das Lagerhaus verließ sah sie gerade noch die Gnome mit den Schafen des Hofes flüchten.

2.
Als die Schatten der Gnome in der Dunkelheit der Nacht nicht mehr zu sehen waren, humpelte Patty zum Hauptgebäude, wo die Novizen schliefen. Niemand reagierte auf ihr Klopfen.
"Warum gehen diese scheißnovizen immer so früh ins Bett?", grummelte sie und drückte die Türklinke herunter. Verschlossen. Patty fluchte und umrundete das Haus, um die Hintertür zu öffnen, doch auch diese war verschlossen. Verärgert löschte sie die Flamme der Fackel in dem neben der Tür stehenden Wasserfass, warf die Fackel achtlos weg und kletterte nach kurzem Überlegen einfach zum Fenster herein und fiel in eine Holzwanne voll Wasser. Es wird ja immer besser! Vom Geräusch der in die Wanne fallenden Patty geweckt, sprang Tristan von seinem Bett auf.
"Welcher Idiot hat hat die blöde Wanne hier unters Fenster gestellt?", fragte sie ihn gereizt.
"Das war ich. Ich wollte, dass ich es mitkriege, wenn ein Einbrecher zum Fenster hereinklettert.", entgegnete er.
"Ein Einbrecher würde einfach das Türschloss knacken", fauchte Patty zurück.
"Wenn du keine Einbrecherin bist, wer bist du dann?", fragte Tristan in gelassenem Tonfall.
"Die Wirtin der Hafenkneipe", antwortete Patty, die sich schon wieder ein Stück weit beruhigt hatte.
Tristan dachte angestrengt nach, bis schließlich ein Grinsen sein vorher so versteinertes Gesicht eroberte.
"Ach die...", sagte er in Erinnerungen schwelgend.
"Ja, genau die. Ach ja und falls es dich interressiert: Eure gesamte Schafsherde wurde gerade von Gnomen geraubt", holte Patty ihn zurück in die Gegenwart.
"Es ist mitten in der Nacht. Bitte verschohn mich mit deinen Geschichten", sagte Tristan noch immer grinsend.
"Erstens ist es nicht 'Mitten in der Nacht' sondern erst eine Stunde und zehn Minuten nach Sonnenuntergang und zweitens ist das, was ich gesagt habe, war. Öffne doch mal die Tür, dann wirst du es sehen!"
Tristan stand auf, hohlte aus den Untiefen seinens Novizenrockes den Hausschlüssel, schloss die Tür auf und öffnete sie. "Hab das Licht vergessen", sagte er mehr zu sich selbst als zu Patty und ging zu seiner Truhe neben dem Bett. "Wie schaffen es die andern Novizen eigentlich, weiterzuschlafen?", fragte sie und er antwortete: "Sie verrichten harte Arbeit, da ist es doch klar, dass sie etwas tiefer schlafen als ich."
Nach kurzer Zeit fand er schließlich, was er suchte: Ein mit merkwürdigen Zeichen beschriebenes Stück Pergament.
"Dein Fetzen da mag ja brennen, aber nach ziemlich kurzer Zeit sollte da alles weggebrannt sein", kommentierte Patty spöttisch seinen Lichtbeschaffungsversuch.
Schweigend schritt der Novize aus dem Haus. Nach kurzer Zeit drang ein gleißender Lichtstrahl durch die Türoffnung. Patty rannte, ihre Schmerzen im Bein ignorierend nach draußen um zu sehen, ob dem Alten etwas zugestoßen war. Ihre Sorge wurde war grundlos: Der ganze Hof wurde durch eine Kugel aus reinem Licht erhellt, aber ihm fehlte nichts.
"Ich dachte nur Magier können zaubern?", fragte Patty halb verwirrt, halb verächtlich.
"Selbst du als Inbegriff aller Weltlichkeit könntest mithilfe einer Spruchrolle ein Licht entfachen", belehrte der leicht angepisste Tristan sie.
"Beeindruckend. Kannst du auch diesen Stein da auf dem Feld schweben lassen?", fragte Patty schnippisch.
"Ja aber ich habe keine Lust meine magische Energie für solchen Unsinn zu verschwenden", schrie Tristan flüsternd heraus.
Minutenlanges Schweigen.
"Und siehst du hier irgendwo deine Schafe?", fragte Patty besserwisserisch.
"Nein, du hast ja recht. Konntest du erkennen, wer die Schafe stal?", antwortete der nun kleinlaute und resignierte Tristan.
"Hörst du mir nicht zu. Ich habe dir doch gesagt, dass es Gnome waren", Jetzt war Patty wirklich wütend geworden.
"Oh, ich hatte gehofft mich verhört zu haben. Hast du Fieber?", fragte Tristan jetzt fröhlich wie eh und jeh. Der Typ wird lansam unheimlich.
"Nein dafür hab ich aber eine ziemlich tiefe Wunde im Bein, die ich jetzt gern verbinden würde", antwortete Patty. Ihr war jetzt alle Lust an diesem Gespräch vergangen.
"Schmerz kann auch zu Halluzinationen führen", antwortete Tristan jetzt ernsthaft besorgt.
"Ach, halt doch einfach deine Klappe!", fauchte Patty, jetzt hochgradig genervt, ihn an.
"Naja, ich glaube dir vorerst mal. Wohin gingen sie?", fragte er jetzt auf Einmal völlig ausdruckslos
"In Richtung Stadt", antwortete Patty einsilbig. Sie wollte das Gespräch um jeden Preis beenden, um sich endlich aufs Ohr hauen zu können.
"Wenigstens haben sie die Schweine hiergelassen", sagte Tristan resigniert.

3.
Patty wurde unsanft von Tristan aufgeweckt.
"Was ist los?", murmelte sie verschlafen.
"Die Sonne ist vor 3 Stunden aufgegangen. Es ist Zeit aufzustehen"
"He, mein Bein ist verletzt. Kann ich nicht noch ein bischen länger schlafen?"
"Wegen deiner Verletzung hab ich dich bereits 3 Stunden schlafen lassen"
"Aber ich brauche meinen Schöhnheitsschlaf"
"Versuch es nicht auf diese Tour, ich kenne dich gut genug um zu wissen, dass du nicht so Eine bist. Deine Faulheit lässt sich denken, du müsstest jetzt noch schlafen, aber dem ist nicht..."
"Jaja, kannst du wenigstens meine Verletzung durch eine deiner Staubwedel heilen?"
"Nein dafür bräucht ich eine starke magische Heilung, ich hab aber nur eine schwache"
"Ich weiß, dass du mich nicht magst, aber es wäre echt nett, wenn..."
"Nein ich hab wirklich nicht die nötige Spruchrolle da. Belschwur wird dir aber sicher weiterhelfen, er hat sich auf Heilung spezialisiert und hilft jedem Bedürftigen. Achja, beor du dich bei unseren Heiltränken bedienst, die werden dir da auch nicht helfen können"
"Na super"
"Da ist nochwas, du solltest deinen Verband mal wechseln"
Patty schaute an sich hinab und sah den blutgetränkten Verband
"Danke, ich verabschiede mich jetzt schonmal, hast du nicht noch irgendeine quietschende Tür zu reparieren, oder so?"
"Auf Wiedersehen", sagte Tristan und ging.
Als er weg war nam Patty den Verband ab und fluchte: Die Wunde hatte sich entzündet. Sie nam irgendeine Salbe die im Raum herumlag und schmierte sie sich auf dei Wunde, bevor sie die Wunde verband.
Hoffentlich hilft das Zeug.
Als sie ihre Haare halbwegs geordnet hatte brach sie auf zur Hafenstadt. Auf dem Weg begegneten ihr nur ein paar satte Wölfe, die sie einfah ignorierten. Schließlich erreichte sie das Westtor der Hafenstadt.
Die Stadttorwache Broco begrüßte sie mit den Worten: "Na Patty, hast du am Strand im Sand gespielt und dich an einer Muschel geschnitten?"
"Ja, so war es und danach hat mir ein Seegeier ein Stück Bein rausgebissen. Und jetzt lass mich rein, ich hab keine Lust hier noch bis zum Abend zu stehen"
"Is ja schon gut, du musst nicht gleich unfreundlich werden"
"Schön, dass wir uns so gut verstehen"
Bronco öffnete das Tor und ließ Patty ins Händlerviertel. Dort streifte sie so mancher missbilligender Blick (nicht nur die Tatsache, dass sie eher zu den Halunken der Stadt gehörte, sondern auch ihre Verletzung weckten Misstrauen). Sie versuchte möglichst schnell dieses Viertel der allzu reichen, allzu ehrenvollen Betrüger zu verlassen, doch irgendsoeine Stadtwache, die sich manchmal in ihrer Spelunke blicken ließ, sie müsse unbedingt mit ihr sprechen. "Ich hab es eilig, lass mich in Ruhe", schnauzte Patty ihn an und ging weiter. Auch das Hafenviertel durchquerte sie möglichst schnell, sie wollte jetzt mit keinem ihrer Stammgäste reden. Zum Glück hatten die alle gerade irgendeine Arbeit zu erledigen. Jetzt musste sie nur noch am Fischhändler Salty, der ihr immer seinen Laden aufschwatzen wollte. "Wo warst du?". Patty ignorierte ihn einfach und ging weiter, bis sie sah, dass Belschwur nicht in seinem Kochtopf rührte. Mist, jetzt ist der Typ weg, wo man ihn mal braucht.
Sie stieg hoch zum Schrein der heiigen Flamme und fragte den Novizen dort oben (seinen Namen konnte sie sich einfach nicht merken) nach Belschwurs Verbleib. Der Novize, entgegnete, dass Belschwur zu einem wichtigen Treffen der Magier in die Vulkanfestung aufgebrochen sei. Unglücklicherweise sei die Vulkanfestung jetzt auch für normalsterbliche Nichtmagier verschlossen.
"Was soll ich jetzt wegen meiner Verletzung machen?"
"Du könntest einen anderen Heilkundigen besuchen, allerdings kenne ich keinen Anderen als Meister Belschwur, außer vielleicht... nein"
"Außer wem?"
"Außer dem Druiden Eldric. Allerdings muss ich dich vor ihm warnen"

Die beiden gingen wieder rein und das Licht erlosch.
"So, Warum bist du eigentlich hier?", fragte er streng.
"Wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich diese Wunde am Bein. Ich nur kam hier her um zu übernachten und sie zu verbinden, aber da kamen mir deine verdammten Schafe dazwischen", antwortete Patty.
"Verbandzeug und ein Bett findest du im Lagerhaus", entließ Tristan sie und Patty war froh drüber, dass er das getan hatte, denn dieser Typ war ihr zu unberechenbar.

4.
"Was ist denn mit ihm?"
"Er ist..."
"Don Esteban wünscht euch zu sehen", unterbrach ihn ein Gardist.
"Was macht denn so ein hohes Tier wie du denn in der Gosse Fincher", fragte Patty ihn.
"Dich suchen. Und jetzt komm endlich mit"
"Wieso schickt der Don so ein hohes Tier, um mich zu suchen?"
"Er hatte gerade schlechte Laune und ich war der Ünglückliche, an dem er seine Wut ausgelassen hat"
"Und jetzt komm mit, sonst bringt Esteban uns beide persönlich um"
"Wirklich?"
"Nein, er hat mir nur aufgetragen es euch zu sagen. Aber ich bin mir da nicht ganz so sicher, ob er nicht doch Wort hält. Also beweg deinen Arsch"
"Jaja, ich komm ja schon", sagte sie und folgte Fincher zur Villa des Stadthalters. Dort saß der Don auf einem thronartigen Stuhl vor sinem Schreibtisch und erledigte irgendeinen Papierkram.
"Schön, dass du kommst. Wo warst du?"
"Warum werde ich beim Stadthalter vorgeladen, bloß weil ich eine Nacht un einen Vormittag verschwunden war? Bin ich etwa die Kaiserin?"
"Weil draußen größere Gruppen von Gnomen gesehen wurden und weil du nunmal stadtbekannt ist. Die Laune der Bürger hier ist wegen den hohen Steuern sowieso nicht die Beste und wenn dann noch die (ziemlich beliebte) Wirtin der Hafenkeipe stirbt, dann stehen wir hier kurz vor einer Revolution"
"Du mit deinem Verfolgungswahn. Und was deine Frage betrifft war ich erst an diesem Strand mit dem merkwürdigen riesigen Schild. Dort wurde ich dann von so einem Vieh am Bein verletzt, sodass ich auf dem Novizenhof übernachten musste. Am nächsten Morgen machte ich mich dann hierher auf. Ach ja, und was die Gnome betrifft: Ich glaube, ihr werdet erstmal auf Lammfleisch verzichten müssen. Die Schafsherde des Novizenhofs wurde von Gnomen geraubt"
"Die Schweine sind aber hoffentlich noch da?", Don Esteban sprang von seinem Stuhl auf.
"Mach dir um die Ernährung der Leute mal keine Sorgen, Du und die Magier sind doch die einzigen die es sich leisten können, Lammfleisch zu essen und Schweinefleisch könne sich die meisten auch nur an Feiertagen leisten"
"Dann bin ich ja beruhigt"
"Auf Wiedersehen Durchlaucht"
"Lass diese alberne Anrede einfach, wenn du mit mir sprichst. Deinen Opa kannst du gerne so nennen, aber nicht mich. Und jetzt hau ab, oder möchtest du die nächsten Tage deines Lebens im Gefängnis verbringen"
"Auf Wiedersehen, Herr Stadthalter", verabschiedete sich Patty und ging.

5.
Fincher folgte ihr und rief ihr nach: "Was willst du jetzt machen?"
"Ich unterhalte mich jetzt wieder mit dem Novizen: Du weißt schon, der Typ, der immer beim Schrein steht, mit dem ich geredet hab, als du mich abholtest. Warum fragst du?", antwortete Patty ohne sich umzudrehen.
Er ignorierte ihre Frage: "Aha, und danach?"
Sie hielt an beäugte ihn misstrauisch. "Warum fragst du mich das?"
"Ähm, der Don hat mir den Auftrag gegeben euch zu beschützen", stammelte er.
"Danach kümmere ich mich um die Kneipe und morgen breche ich dann zum Druiden Eldric auf"
"Ich dachte immer den Druiden gebe es gar nicht"
"Das denke ich auch, aber der Novize behauptet das Gegenteil. Und ich glaube, irgendwas wird an seinem Geschwafel schon dran sein"
"Wenn du das sagst?"
Schweigend gingen sie gemeinsam zum Schrein. Patty schritt vorneweg und Fincher dackelte ihr hinterher. Er konnte es einfach nicht vermeiden ihr auf ihren wohlgeformten Hintern zu sehen (Er war eben noch jung).
Eigentlich verabscheute er Frauen, die Hosen trugen, aber bei Patty fand er es nur umso reizvoller.

6.
"Kannst du mir auf meiner Karte anzeichnen, wo ich Eldric finden kann", fragte Patty den Novizen und gab ihm eine Karte der Insel, die sie immer in einer Umhängetasche bei sich trug. Der Novize kramte in den vielen Taschen seines Gewandes nach einer Feder. Als er sie schließlich fand, ging er zum Haus der Magier und Novizen in der Stadt, das gleich nebenan war und machte an einem Schreibpult ein Kreuz an der Stelle der Karte, wo die Magier den Druiden vermuteten. Er gab Patty die Karte, die sie beunruhigt betrachtete: Eldric schien auf einem Teil der Insel zu wohnen, den sie noch nie betreten hatte. Dort sollte es jede Menge wilde Tiere geben: schwarze Wölfe, Donnerechsen und sogar Aschebestien. Sie war froh, dass Fincher ihr Geleitschutz geben würde, auch wenn sie nicht glaubte, dass der Don ihn damit beauftragt hatte.
"Danke", sagte Patty nachdenklich und ging.

7.
Es war Mitternacht. Die Kneipe war so voll, wie schon lange nicht mehr. Alle wollten von Patty erfahren, warum sie in der letzten Nacht nicht da gewesen war und wo sie ihre Verletzung herhatte. Alle wurden mit irgendwelchen Ausreden abgespeist und bestellten in ihrer Entäuschung ein Bier, das schnell zum nächsten Bier führte. Ansonsten brauchte sie drei Tage, um so viel zu verdienen, wie in dieser Nacht und die Kneipe würde erst in zwei Stunden geschlossen werden. Vielleicht sollte ich öfter mal verschwinden.
Am Tresen saßen Fincher und der Gardist der sie am Mittag auf dem Weg zum Schrein unbedingt hatte ansprechen wollen. Patty fragte ihn ob er nicht die nächsten Tage auf die Kneipe aufpassen wolle, damit niemand einbrechen würde (gegen Bezahlung versteht sich). Nach kurzem Verhandeln stimmte er zu (obwohl der Lohn ziemlich mickrig war).
Fincher sah sie mit leerem Blick an. Er hatte sich nicht wohl gefühlt (er passte einfach nicht in diese Kneipe) und hatte dann irgendwann angefangen Bier zu trinken, um sich zu entspannen. Als er dann völlig betrunken war (was ziemlich schnell ging), gab Patty ihm nur noch Wasser (er sollte ihr ja nicht einfach bewusstlos umfallen), bis er sich in einen Eimer, der neben dem Tresen stand, übergab und fortan gar nichts mehr trank, sondern nur noch in die Leere starrte.
"Musst du pissen?", fragte Patty ihn (sie kannte sich mit Betrunkenen aus), "Ich möchte nicht, dass du mir auf den Stuhl pinkelst"
Fincher fuhr auf und fragte überrascht: "Was?"
"Geh raus und entleer dich hinterm Haus.", entgegnete sie genrvt, "Aber ich glaub du kannst momentan eher schlecht als recht laufen. Ich werde dich stützen."
"Übernimm du mal", rief sie einem ihrer Angestellten zu und führte Fincher nach draußen. Dort übergab er sich nochmal.
"Ist alles Okay"
"Fast", sagte Fincher, öffnete seine Hose und pinkelte auf den Boden vor ihr.
"Ich hoffe du möchtest mich damit nicht belidigen", sagte sie grinsend (sie dachte daran Fincher alles zu erzählen, was er im Rausch getan und gesagt hatte), führte ihn in eines der ihrer Zimmer (sie besaß auch eine Herberge direkt neben der Kneipe), legte ihn dort ins Bett und ließ ihn allein.
Als sie wieder in der Kneipe angekommen war hörte sie jemanden grölen: "Hey, wie wärs mit uns beiden"
Sie schlug ihn mit nieder und sagte zu einem Angestellten: "Der hat jetzt für den nächsten Monat Hausverbot hier. Er kann froh sein, dass ich ihn nicht bei den Stadtwachen angezeigt habe. Targ ihn jetzt raus und lass ihn, wenn er wieder aufwacht, das Blut vom Boden wischen"
Die Gäste störten sich nicht groß an dem Zwischenfall und die Nacht verlief ohne weitere Besonderhiten, bis sie schließlich die Kneipe schloss und sich in ihrem privaten Raum in der Herberge schlafen legte.

8.
Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster auf Finchers Gesicht. Der war echt ganz schön dicht. Er hat sich nach dem Pinkeln nichtmal die Hose zugemacht. Patty stieß ihn unsanft aus dem Bett, doch er wachte nicht auf. Sie nahm den Wassereimer (in jedem Zimmer ihrer Herberge stand einer) und bemerkte, dass es nach Pisse roch. Wenigstens hat nicht auf den Fußboden gepinkelt, er hätte aber auch ruhig den Nachttopf benutzen können. Sie goss dass Wasser über ihn und er erwachte schreiend.
"Na. Ausgeschlafen?", fragte Patty grinsend.
"Wo bin ich?"
"In meiner Herberge. Mach dich fertig, wir frühstücken demnächst."
"Ich komm dann etwas später, ich muss mich erstmal meine Kopfschmerzen kümmern"
"Keine faulen Ausreden. Du hättest ja nicht so viel trinken müssen."
"Hab ich irgendwas schlimmes gemacht, während ich betrunken war."
"Nichts schlimmes. Nur etwas leicht ungehobeltes"
"Was denn?", fragt er verzweifelt.
"Du hast mir vor die Füße gepinkelt."
"Oh Gott. Hast du dich wenigstens umgedreht?"
"Selbst wenn ich mich rechtzeitig hätte umdrehen können, hätte ich es nicht gemacht."
"Warum?"
"Zumindest untenrum bist du noch fit.", antwortete Patty immer noch grinsend.
Wortlos starrte er sie an.
"Ich an deiner Stelle würde erst den Mund und dann deine Hose schließen. Mich persönlich würde es ja nicht stören, wenn du Allen deinen Pimmel zeigst, mir gefällt er sogar sehr, aber für den angehenden Kommandeur der Stadtwache gehört es sich einfach nicht."
Fincher blickte an sich herunter und wurde rot. "Scheiße", fauchte er und zog sich hektisch die Hosen hoch
"Und jetzt komm."

9.
Nach einem Frühstück bestehend aus einem Brot für jeden und einem Bier für Patty (Fincher nahm nach den Ereignissen der gestrigen Nacht lieber ein Wasser) brachen die Beiden auf. Sie durchquerten die Gosse, ignorierten den den Fischhändler und kamen schließlich beim Stadttor an.
"Wo wollt ihr hin?", fragte die Wache misstrauisch.
"Ich will zum Druiden Eldric und Fincher hat seinen freien Tag geopfert um sich etwas dazuzuverdienen, indem er mir Geleitschutz gibt."
"Na dann viel Spaß."
Als sie sich ein Stück von der Stadt entfernt hatten fragte Fincher: "Woher wusstest du, dass ich mir freigenommen habe und seit wann bezahlst du mich? Und Warum Hat die Wache 'Na dann viel Spaß' gesagt?"
"Zu deiner ersten Frage: Du bist ein schlechter Lügner. Zu deiner zweiten: "Ich wollte dich nicht bloßstellen, indem ich der Wache sage, dass du mir nur Geleitschutz gibst, weil du in mich verknallt bist. Und nzu deiner dritten Frage: Er vermutet, dass wir uns mal in der Wildnis so richtig vergnügen wollen. Das machen junge Leute, wie du und ich, heutzutage gern."
"Achso", sagte er und schwieg dann für lange Zeit.

10.
Nach etwa 4 Stunden kamen rasteten sie in einer Höhle (um zu Eldric zu gelangen musste man durch diese Höhle). Auf dem Weg waren ihnen viele wilde Tiere begegnet, aber die beiden konnten die Tier in gemeinschaftlicher Arbeit mühelos besiegen (Fincher mit seiner Axt und Patty mit einem Bastardschwert). Lediglich ein Rudel Wölfe war ihnen gefährlich geworden. Doch durch geschickte Beinarbeit konnte auch dieses Problem bewältigt werden.
Fincher und Patty saßen an einem Lagerfeuer und brieten schweigend Fleisch. Fincher unterbrach die doch recht unangenehme Stille: "Patty..."
"Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, mir auf den Arsch zu glotzen, schließlich mach ich das ja auch bei dir", unterbrach Patty ihn und grinste schelmisch
"Ähm... das wollt ich eigentlich gar...", entgegnete er peinlich berührt und wurde abermals von Patty unterbrochen: "Achwas, du musst dich jetzt doch nicht schämen. Wir sind ja schließlich noch jung."
"Also eigentlich wollte ich mich dafür entschuldigen, dass ich dich belogen hab."
"Ich hab dir sowieso nicht geglaubt. Aber deine Strafe hast du ja schon erhalten."
"Hä?"
"Ich hab dich gestern doch abgefüllt. Schon vergessen?"
Natürlich hatte Patty ihn nicht abgefüllt, aber es machte ihr großen Spaß, mit dem, in zwischenmenschlichen Dingen recht unbeholfenen Gardisten zu spielen. Gleich wird er den Kopf schütteln und irgendeine Bemerkung bezüglich Frauen machen. Doch er sagte nur resigniert: "Hast recht. War meine gerechte Strafe."
Damit war das Gespräch beendet. Die beiden aßen ihr Fleisch und gingen anschließend schweigend weiter.

11.
Die Sonne war schon fast untergegangen, als die Stadtwache und die Kneipenwirtin die Hütte des Druiden erreichten. Patty klopfte an die Tür. Niemand öffnete und alles war still. Patty klopfte noch ein Mal (jetzt etwas lauter). Es öffnete immer noch niemand. Schließlich trat sie mit voller Wucht gegen die Tür. Das einzige Reultat war ein schmerzender Fuß.
"Wo ist dieser Scheißkerl?", zischte Patty wütend.
"Meinst du mich damit", erklang es hinter ihr.
Patty fuhr erschrocken herum und sah den Druiden (dank seiner Kleidung war er nicht besonders schwer zu erkennen). Er lächelte.
"Ah, da bist du ja endlich. Wo hast du gesteckt?"
"Ich war Kräutersuchen. Was willst du von mir?"
"Könntet ihr bitte meine Wunde versorgen ehrwürdiger Herr Druide?"
"Sollte so was nicht der Magier in der Hafenstadt machen?"
"Der war leider nicht zugegen."
"Hör mit dem Geschwätz auf und rede gefälligst normal mit mir."
"Bei so einer wichtigen Persönlichkeit wie euch?"
"Ich gehöre zum Abschaum."
"Das trifft sich gut. Ich auch. Behandle bitte meine Wunde."
"Gur. Das werde ich."
Eldric kramte aus seinem Gewand Salben und Pulver hervor, die er dann auf die Wunde schmierte und anschließend noch einen Zauberspruch sprach. Die Wunde samt Entzündung war verschwunden. Es blieb nicht mal eine Narbe zurück.
"Danke. Wir haben einen langen anstrengenden Tag hinter uns, können wir vielleicht bei dir übernachten."
"Ihr könnt in meinem Bett schlafen, wenn es euch nicht stört zusammen in einem Bett zu schlafen, das eigentlich nur für einen ist und ich schlafe sowieso fast immer draußen."
"Ich kann auch auf dem Fußbo...", sagte Fincher wurde aber von Patty (schon wieder) unterbrochen: "Hör nicht auf ihn. Wir schlafen liebend gern in einem Bett."
Was dann in der Nacht geschah könnt ihr euch vorstellen.

12.
Als Patty und Fincher die Höhle erreichten, in der sie auf dem Hinweg gerastet hatten, hörten sie das Quieken eines Gnomes. Patty dachte nur noch "Scheiße". Dann wurde alles schwarz, denn sie bekam einen fetten Wälzer an den Hinterkopf.

13.
Patty wachte in einer alten Burgruine ohne ihr Schwert auf einem Bett auf. Mit brummenden Schädel wachte sie auf. Sie ging ziellos irgendwelche Gänge entlang, bis sie schließlich eine Art Thronsaal erreichte (eigentlich war es eine Bibliothek, in die jemand einen ziemlich protzigen Thron gestellt hatte). Dort sah sie, wie mehrere Gnome einem dürren Mann mit kurzen schwarzen Haaren, Lederrüstung und Zweihandschwert huldigten. Der Gottkönig der Gnome las gerade eines der unzähligen Bücher.
"Kannst du mir den Weg nach draußen zeigen?"
Der König schreckte auf und sagte, als er sich wieder beruhigt hate lächelnd: "Nein. Meine Gnome haben dich nicht umsonst gefangen genommen."
"Aha. Wie ich sehe liest du gerne."
"Ja. Als ich die Bibliothek enddeckte, kieß ich sofort den Thron hierherschleppen."
"Warum habt ihr mich dann mithilfe eines Buches außer Gefecht gesetzt?"
"Es war ein langweiliges Buch."
"Achso. Und warum haben die Gnome die Schafe entführt?"
"Damit ich eine eigene Schafsherde habe und an besonderen Tagen Lammfleisch essen kann."
"Dann hast du ein Problem. Der Don ist nämlich auch ganz versessen nach Lammfleisch."
"Der soll mich erstmal finden. Komm her ich habe dir noxh gar nicht gesagt, warum ich dich hier hingeholt habe."
"Ich nehme an, um deine Zeit etwas zu versüßen. Nicht war?", sagte Patty und ging lansahm auf den König zu. Der Stand auf und kam ihr ebenfalls entgegen.
"Da hast du völlig recht."
"Dann will ich mal meines Amtes walten."
Sie war ihm jetzt sehr nahe. Sie raspelte noch ein Bisschen Süßholz und rammte plötzlich ihr Knie in die Eier des überraschten Königs. Sie umarmte ihn so fest, dass er sich gar nicht mehr bewegen konnte und zog ihm das Zweihandschwert auf der Rückenscheide. Es war überraschend leicht. Nun stieß sie den sich windenden König der Gnome von sich und hielt ihm das Schwert an die Kehle.
"Dreh dich um."
Ängstlich befolgte er ihren Befehl und sie trat hinter ihn und legte ihm wieder das Schwert an die Kehle. Sie schubste ihn durch die endlosen Gänge der Ruine, bis sie den Ausgang erreichte, wo sie ihn niederschlug und ihm die Schwertscheide abnahm (sie hatte keine Lust, das Ding die ganze Zeit in der Hand zu tragen). Sie ging in Richtung Stadt und alle Gnome, denen sie begegnete ergriffen ängstlich die Flucht.

14.
Patty sah das Schiff auf den Wellen schaukeln. Vielleicht ist dieses das Schiff meines Vaters?
Das Schiff zerbarst in zwei Stücke. Ohne eine Gefühlsregung dachte Patty: In merkwürdigen Zeiten leben wir. Erst wird ein Mensch völlig unverhofft von den Gnomen zu ihrem Herrscher gemacht, dann zerbirst ein Schiff einfach so und ohne Vorwarnung. Was wird wohl als nächstes passieren? Werden Menschen vor den Pflug gespannt statt Vieh? Wird mein Vater wider Erwartens zurrückkehren? Vielleicht war er mit dem Schiff versunken? Die Welt ist aus dem Ruder gelaufen und allerhand merkwürdige Dinge passieren. Bald wird ein Kreis nicht mehr Rund sein und ein Stein nicht mehr nach unten fallen. Die Weltordnung ist dabei völlig zusammenzubrechen. Etwas ist fürchterlich schief gelaufen.
So stand Patty am Strand und dachte nach es vergingen Stunden, bis sie sich schließlich zur Stadt aufmachte. Es hatte zu regnen angefangen.

 
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